Prof. Dr. Rawa Arif neuer Herzchirurg an der Universitätsmedizin
Innovative Forschung, schonende Operationsverfahren und interdisziplinäre Versorgung sind Ziele des neuen Professors

- Prof. Dr. Rawa Arif übernimmt den Lehrstuhl für Herzchirurgie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg und die Leitung der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Augsburg.
- In der Forschung setzt der neue Professor auf patientennahe Innovationen wie Simulation, künstliche Intelligenz und personalisierte Medizin, um Behandlungen künftig noch sicherer, schonender und individueller zu gestalten.
- Er will die minimal-invasive und roboterassistierte Herzchirurgie ausbauen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Versorgung von Herz- und Gefäßerkrankungen weiter stärken.
Prof. Dr. Klaus Markstaller, Ärztlicher Direktor, freut sich über die hochrangige Verstärkung der universitären Medizin in Augsburg: „Wer am Herzen erkrankt, muss sich darauf verlassen können, dass die beteiligten Spezialisten gemeinsam die geeignete Behandlung finden. Deshalb ist uns am Universitätsklinikum die enge Zusammenarbeit von Herzchirurgie, Kardiologie und den weiteren Fachdisziplinen besonders wichtig. Prof. Dr. Rawa Arif wird diese Zusammenarbeit enorm stärken und die Möglichkeiten schonender Operationen gezielt ausbauen.“
Die Dekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Martina Kadmon, ergänzt: „Mit Prof. Dr. Arif gewinnen wir einen äußerst erfahrenen Herzchirurgen, der moderne Patientenversorgung und innovative Forschung konsequent miteinander verbindet. Seine Pläne passen hervorragend zum Anspruch der Medizinischen Fakultät Augsburg, klinische Exzellenz mit zukunftsweisender Forschung zu verbinden.“
„Die Universität Augsburg steht für eine enge Verbindung von Forschung, Lehre und gesellschaftlicher Verantwortung. Prof. Dr. Rawa Arif verkörpert als herausragender Herzchirurg diesen Anspruch in besonderer Weise, indem er wissenschaftliche Innovation mit medizinischer Spitzenversorgung verbindet. Er wird damit die dynamische Entwicklung unserer Universitätsmedizin nachhaltig mitgestalten“, sagt die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel.
Arif: „Für jeden Patienten die individuell beste und zugleich möglichst schonende Behandlung“
Ein Schwerpunkt von Prof. Dr. Arif liegt auf der Weiterentwicklung der minimal-invasiven Herzchirurgie. Insbesondere Eingriffe an der Mitral- und Aortenklappe sollen möglichst über kleine Zugänge und endoskopisch erfolgen. Dabei stehen der Erhalt und die Rekonstruktion der körpereigenen Herzklappe im Mittelpunkt. Auch bei Bypass-Operationen soll der Einsatz minimal-invasiver Verfahren weiter ausgebaut werden. Welche Behandlung für den einzelnen Menschen am besten geeignet ist, soll dabei gemeinsam von Herzchirurgie und Kardiologie im sogenannten Heart Team entschieden werden. „Moderne Herzchirurgie bedeutet für mich, für jeden Patienten die individuell beste und zugleich möglichst schonende Behandlung zu finden. Minimal-invasive Verfahren können dabei die Belastung durch eine Operation reduzieren und die Erholung nach dem Eingriff unterstützen“, erklärt der Herzchirurg. Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt ist die roboterassistierte Herzchirurgie. Der Einsatz eines Operationsroboters soll unter anderem bei minimal-invasiven Bypass-Operationen und bei Mitralklappenrekonstruktionen neue Möglichkeiten eröffnen.
Komplexe Erkrankungen der Aorta im Fokus
Arif möchte außerdem die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Erkrankungen der Hauptschlagader, insbesondere akuten Aortendissektionen, gemeinsam mit der Gefäßchirurgie im Aortenzentrum stärken. Auch für Menschen mit erblichen Aortenerkrankungen wie dem Marfan-Syndrom ist eine Versorgung mit Einrichtung einer Spezialambulanz vorgesehen, in der genetische Diagnostik, moderne Bildgebung und Therapie eng zusammenwirken.
Forschung mit direktem Bezug zur Patientenversorgung
Auch wissenschaftlich möchte Prof. Dr. Arif die Herzchirurgie weiterentwickeln. Ein Schwerpunkt liegt auf der Versorgungsforschung: Mithilfe klinischer Daten soll untersucht werden, wie Behandlungen und Abläufe weiter verbessert werden können. Zudem möchte er moderne Technologien wie High-Fidelity Simulation und künstliche Intelligenz nutzen, um operative Abläufe zu analysieren und langfristig beispielsweise Qualitätssicherung, Dokumentation sowie Aus- und Weiterbildung zu unterstützen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die personalisierte Medizin mit Fokus auf Gendermedizin und genetischen Zusammenhängen. Dabei soll u.a. untersucht werden, ob Frauen und Männer von bestimmten herzchirurgischen Verfahren unterschiedlich profitieren und wie Behandlungskonzepte entsprechend weiterentwickelt werden können. Daneben sollen die Forschungsaktivitäten zu erblichen Aortenerkrankungen ausgebaut werden. „Mein Ziel ist es, Forschung nicht losgelöst von der klinischen Praxis zu betreiben. Was wir wissenschaftlich untersuchen, soll möglichst dazu beitragen, die Behandlung unserer Patientinnen und Patienten sicherer, schonender und individueller zu machen“, so Prof. Dr. Arif.
Zur Person
Prof. Dr. Rawa Arif studierte Medizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Dort promovierte er 2012 und habilitierte sich 2020. 2017 erhielt er die Facharztanerkennung für Herzchirurgie; im Dezember 2019 folgte die Zusatzqualifikation Spezielle Intensivmedizin.
Seit 2010 war Prof. Dr. Arif in verschiedenen Funktionen an der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg tätig. Zuletzt war er dort Stellvertretender Ärztlicher Direktor und Geschäftsführender Oberarzt, Leiter der Marfan-Ambulanz sowie Leiter des Programms für roboterassistierte Herzchirurgie, das er etablierte.
Seit dem 1. Oktober 2026 ist Prof. Dr. Rawa Arif Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Augsburg und Inhaber des Lehrstuhls für Herzchirurgie an der Medizinischen Fakultät Augsburg.